Sommerfest bei da-ka

Sebastian Wilken und Karl Dampier mit Stargast Peter Rapp (Foto: Karl Juris)
Sebastian Wilken und Karl Dampier mit Stargast Peter Rapp (Foto: Karl Juris)
Am 17. Juni 2016 fand bei der da-ka Hausbetreuung GmbH das alljährliche Sommerfest statt. Jedes Jahr gibt es eine Tombola, deren Einnahmen für einen sozialen Zweck gespendet werden. Dieses Jahr hatte ich die Ehre, dass mein Projekt "Schüler schultern in Uganda" ausgewählt wurde und ich die Spenden entgegennehmen durfte! Vielen Dank an alle Besucherinnen und Besucher des Festes, die so großzügig gespendet haben, sowie an Sebastian Wilken und Karl Dampier von da-ka, die den Betrag darüberhinaus aufgerundet haben!

Es war ein buntes Sommerfest mit Livemusik, einer Bilderausstellung und einem tollen Buffet, zu dem auch die Bewohner des benachbarten Hauses "Primavesigasse" mit vorwiegend syrischen und iranischen selbstgebackenen Süßspeisen beitrugen! Moderiert wurde das Fest von der überaus charmanten Sonja Kato-Mailath-Pokorny. 

Fotos und ein Video gibt es im Online-Magazin Donaustadt von Karl Juris hier: http://www.magazin-donaustadt.at/

Unsere „Neue“ im Projekt

20160530_155853Wie schön, dass das Projekt "Schüler schultern in Uganda" wächst und wächst! Dank eines neuen Paten-Paares in Österreich konnten wir eine weitere Jugendliche in unser Projekt aufnehmen: Shubaiha, 17 Jahre. Sie geht wie David und Enoch in die "Mengo Senior School" und ist eine überaus fleißige Schülerin. Dass die beiden Paten nun die Hälfte des Schulgelds übernehmen, hilft der Mutter enorm und verleiht ihr mehr Gewissheit, dass ihre Tochter die Schule absolvieren kann. 

Ich habe mir Shubaihas Hefte angesehen und ich war wirklich beeindruckt von der Akkuranz und den guten Noten! Und Deutsch ist ihr Lieblingsfach! Welch Zufall! ;-)

Erfolg in Tokyo!

received_506556106210962 received_506556152877624Ich gratuliere Karl Dampier zu seiner überaus gelungenen Ausstellung in Tokyo, genaugenommen auf der Handwerker- und Künstlerausstellung in Arakawa, einem Partnerbezirk von Wien-Donaustadt! Tausende Besucher, ganze Schulklassen, Familien haben die Ausstellung besucht und auch seinem Stand einen Besuch abgestattet. Mit dabei hatte er auch seine Benefizbilder für "Schüler schultern in Uganda"! Vielen Dank, Karli! Und wie ich gehört habe, hast Du auch einiges verkauft! Herzliche Gratulation zu diesem großen Interesse an Deinen Bildern und zu Deinem Erfolg!

 

Princess Betty

20160104_093217 20151229_095634 20151228_100401Betty ist unsere Style-Prinzessin. Sie legt großen Wert auf Farbe und Stil und schafft es, auch mit einfachen Kleidern gediegen auszusehen. Jetzt darf sich die junge Mama ihren Wunsch erfüllen und eine Ausbildung zur Friseurin nachmachen. Im Juni hat sie in Mukono nahe Kampala den Kurs begonnen und zu unserer großen Überraschung darf sie bei der Schuldirektorin wohnen! Welch Ehre! Die Direktorin hat ein wunderschönes Haus in einem wunderbar gepflegten Garten. Da Betty auch 1A in der Haushaltsführung ist, wird sie sicher fleißig mit anpacken, sodass die Direktorin es nicht bereut, ihr Haus für die Gastschülerin geöffnet zu haben.

Ich habe am Sonntag mit Betty telefoniert. Die Ausbildung gefällt ihr sehr gut und sie fühlt sich sichtlich wohl in der Direktionsvilla mit Aunt Prossy und Aunt Ruth. Alles Gute, Betty!20160612_174821 

 

 

Prossy geht jetzt ins Internat

20160610_094420-1Die achtjährige Prossy geht sehr gerne in die Schule. Und durch eine Patin in Wien ist ihr Schulbesuch auch gesichert. Da Prossys Mama als Alleinerzieherin abends eine Straßenküche betreibt, kann sie sich wenig um die Schulangelegenheiten ihrer Tochter kümmern wie die Hausübungen überprüfen oder immer für die saubere Schuluniform sorgen. Die Schulen sind diesbezüglich sehr streng und legen großen Wert, dass die Schultaschen komplett und die Uniformen in gutem Zustand sind. Die Uniform wird z.B. am Schultor kontrolliert und schon schmutzige Socken können dazu führen, dass das Kind wieder heimgeschickt wird.

Wenn man einmal das Zuhause von Prossy und ihrer Familie gesehen hat, dann kann man sich vorstellen, wie schwer es ist, diese scheinbaren Minimalanforderungen zu erfüllen. Die Enge der Ein-Raum-Wohnung erlaubt ein Kochen oder Waschen nur im Freien. Da das Zuhause von Prossy allerdings im Sumpfgebiet von Nateete liegt, bedeutet das in der Regenzeit Schlamm, Wasser und teilweise sogar Hochwasser, das bis in die Wohnung dringen kann! Die Kleidung und sich selbst immer blitzsauber zu halten, wenn man schon zum Badezimmer durch den Schlamm waten muss, ist beinahe unmöglich. Und den Schimmelpilz an den Wänden wollt Ihr Euch im Detail sicher nicht ausmalen!

Somit haben wir uns entschlossen, Prossy im Internat unterzubringen. Sie wird dort mehr Zeit für die Hausübungen und die Hygiene haben und sicher auch in einem sauberen und trockenen Bett besser und gesünder schlafen.

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Drei intensive Wochen

Drei schöne, intensive Wochen Uganda liegen wieder hinter mir! Auf der To-do-Liste standen die Eintragung meines Hauses im Grundbuch des Königs von Buganda, der Schulbeginn zum zweiten Trimester, die Unterbringung Bettys in einer Ausbildung zur Friseurin, die Aufnahme eines neuen Mitglieds im Projekt und als poppiger Höhepunkt der Videodreh für Shafics Song "Nfa"!

King Viero Nfa

Ich danke allen, die zum Gelingen des Projektes "Schüler schultern in Uganda" beitragen, und werde an dieser Stelle peu à peu die Neuigkeiten schildern.

A bientôt!

Eure Petra

Unser jüngster Clou: Der Sommerhit aus Afrika!


King Viero NfaNfa mit HenryDie TänzerHarriet und ich tanzenDieses Mal ist uns ein besonderer Clou gelungen! Wir haben ein Video gedreht, und zwar mit King Vieros Song "Nfa"! 

King Viero, das ist Shafic. Er hat nun schon seinen zweiten Song geschrieben und während meines Juni-Aufenthaltes in Uganda haben wir uns einen Profi geleistet, der daraus ein Video gedreht hat. Mit dabei sind King Vieros Freunde, die "Tugakonelawa Dancers" ("Where can we dance?"), Harriet, Henry und sogar ich!

Hier ist der Link zum Video auf YouTube!

https://youtu.be/ilpsn98b_fM

 

 

Panama Papers – die taz ergänzt

KAMPALA taz | Das Drama um die zu zahlenden Steuern von Seiten der Ölgiganten ist so alt, wie der Ölfund in Uganda selbst. Dennoch liefern die sogenannten Panama Papers jetzt neue Beweise: Die Ölfirma Heritage Oil, gelistet an der Londoner Börse, hat ganz gezielt versucht, einer Kapitalertragssteuer auszuweichen, die Ugandas Steuerbehörde gegenüber der Firma geltend machte – und hat dafür ihren Sitz von den Bahamas nach Mauritius verlegt. Mit dem Inselstaat im indischen Ozean hat das kleine ostafrikanische Land ein Abkommen, das Investoren Steuern erleichtert, wenn sie in Uganda Geschäfte machen.

Um über 400 Millionen Dollar soll Heritage demnach das arme afrikanische Land betrogen haben – so jetzt der Skandal. Immerhin: Das sind rund 10 Prozent des ugandischen jährlichen Staatshaushalts. Mit diesen Einnahmen hätten in Uganda Schulen und Krankenhäuser gebaut werden können, so das Argument – doch so einfach ist es nicht.

Uganda steckt im Ölgeschäft noch in den Kinderschuhen. Seitdem die ersten Vorkommen 2006 im Albertinen-Graben entlang der Grenze zu DR Kongo entdeckt wurden, erhofft sich die Regierung einen schwarzen Geldsegen für die chronisch leere Staatskasse. Doch der blieb bislang aus: auch und vor allem wegen den ungeklärten Steuerfragen. Uganda verfolgte in seiner Ölpolitik ein Trial-und-Error-Verfahren. Das haben internationale Ölkonzerne gar nicht gerne, denn sie planen langfristig.

Um den höchsten Ertrag aus der Ölgewinnung zu erzielen, so das Argument der Regierung, erhob Uganda Stück für Stück immer mehr Steuerforderungen gegenüber den ausländischen Ölinvestoren, meist im Nachhinein, nachdem sämtliche Verträge unterzeichnet waren. So auch die 30-prozentige Kapitalertragssteuer gegenüber Heritage als die Firma 2010 seine Erkundungsrechte an Tullow für 1,45 Milliarden Dollar verkaufte, um aus dem ugandischen Markt auszusteigen.

Knatsch mit Ölfirmen

Es kam zum Knatsch zwischen den beiden Ölfirmen und Ugandas Regierung. Von einer solchen Steuer sei keine Rede gewesen als die Erkundungslizenzen an die internationalen Firmen einst vergeben worden waren, so Heritages Argument. Noch dazu sei der Verkaufsvertrag auf einer Insel im Kanal entlang der französischen Küste unterzeichnet worden, also außerhalb Ugandas. Zudem sei Heritage keine ugandische Firma. Ugandas Regierung widersprach.

Seitdem liegt Ugandas Ölsektor brach, weil sämtliche Akteure in komplizierten und langwierigen Gerichtsverfahren verfangen waren. Uganda und Heritage stritten sich jahrelang vor dem Londoner Schiedsgericht um die ausstehende Zahlung der rund 400 Millionen Kapitalertragssteuer. 2011 eröffnete auch Ugandas Steuergericht ein Verfahren, verurteilte Heritage zur Zahlung. Heritage und Tullow stritten sich ebenfalls vor einem Londoner Gericht darum, wer nun die Steuer auf die Verkaufssumme zahlen muss.

Uganda verweigerte währenddessen Tullow, mit seinen Erkundungen fortzufahren, solange der Steuerstreit nicht gelöst sei. Daraufhin verkaufte Tullow den Großteil seiner Erkundungsrechte entnervt an die chinesische Firma CNOOC sowie den französischen Ölkonzern Total. Die Kapitalertragssteuer auf diesen Verkauf entsprach ungefähr einem Drittel des ugandischen jährlichen Staatshaushalts – eine gigantische Summe. Tullow ging gegen diese Forderungen ebenfalls wieder vor Gericht.

Es dauerte Jahre, bis die Verfahren alle ausgefochten waren. Tullow und Ugandas Regierung einigten sich 2015 irgendwo in der Mitte. Heritage verlor sein Verfahren gegen Uganda vor dem internationalen UN-Handelsgericht und musste letztlich die Steuer abführen.

Sieg für Uganda?

Ein Sieg für das arme Uganda? Nicht wirklich. Ugandas Regierung rechnet schon seit Jahren mit der Ausbeute der Ölressourcen und dem damit einhergehenden Geldsegen. Aufgrund der Streitereien lag der ganze Ölsektor jahrelang brach, anderen Firmen wurden damit verschreckt, stiegen erst gar nicht ein oder zogen aus Uganda wieder ab. Noch immer fließt kein Tropfen Öl, der Bau von Raffinerien und Pipelines verzögerte sich um Jahre. Frühestens 2020 wird das erste Öl fließen, verkündete Tullow jüngst, drei Jahre später als von Uganda geplant.

Ob ohne Heritages Vermeidungsstrategie in diesen vergangenen Jahren mehr Schulen und Krankenhäuser gebaut worden wären – bleibt ebenfalls fraglich. Uganda fällt im globalen Korruptionsindex jährlich um mehrere Plätze zurück, lag 2015 auf Platz 139 von 168. Analysten befürchten, dass die Korruption unmittelbar in die Höhe schnallt, sobald der erste Tropfen Öl fließt. Ob damit dann der armen Bevölkerung gedient ist – muss sich zeigen.

Den Artikel schrieb Simone Schlindwein am 5.4.2016 in der taz.