Unser jüngster Clou: Der Sommerhit aus Afrika!


King Viero NfaNfa mit HenryDie TänzerHarriet und ich tanzenDieses Mal ist uns ein besonderer Clou gelungen! Wir haben ein Video gedreht, und zwar mit King Vieros Song "Nfa"! 

King Viero, das ist Shafic. Er hat nun schon seinen zweiten Song geschrieben und während meines Juni-Aufenthaltes in Uganda haben wir uns einen Profi geleistet, der daraus ein Video gedreht hat. Mit dabei sind King Vieros Freunde, die "Tugakonelawa Dancers" ("Where can we dance?"), Harriet, Henry und sogar ich!

Hier ist der Link zum Video auf YouTube!

https://youtu.be/ilpsn98b_fM

 

 

Panama Papers – die taz ergänzt

KAMPALA taz | Das Drama um die zu zahlenden Steuern von Seiten der Ölgiganten ist so alt, wie der Ölfund in Uganda selbst. Dennoch liefern die sogenannten Panama Papers jetzt neue Beweise: Die Ölfirma Heritage Oil, gelistet an der Londoner Börse, hat ganz gezielt versucht, einer Kapitalertragssteuer auszuweichen, die Ugandas Steuerbehörde gegenüber der Firma geltend machte – und hat dafür ihren Sitz von den Bahamas nach Mauritius verlegt. Mit dem Inselstaat im indischen Ozean hat das kleine ostafrikanische Land ein Abkommen, das Investoren Steuern erleichtert, wenn sie in Uganda Geschäfte machen.

Um über 400 Millionen Dollar soll Heritage demnach das arme afrikanische Land betrogen haben – so jetzt der Skandal. Immerhin: Das sind rund 10 Prozent des ugandischen jährlichen Staatshaushalts. Mit diesen Einnahmen hätten in Uganda Schulen und Krankenhäuser gebaut werden können, so das Argument – doch so einfach ist es nicht.

Uganda steckt im Ölgeschäft noch in den Kinderschuhen. Seitdem die ersten Vorkommen 2006 im Albertinen-Graben entlang der Grenze zu DR Kongo entdeckt wurden, erhofft sich die Regierung einen schwarzen Geldsegen für die chronisch leere Staatskasse. Doch der blieb bislang aus: auch und vor allem wegen den ungeklärten Steuerfragen. Uganda verfolgte in seiner Ölpolitik ein Trial-und-Error-Verfahren. Das haben internationale Ölkonzerne gar nicht gerne, denn sie planen langfristig.

Um den höchsten Ertrag aus der Ölgewinnung zu erzielen, so das Argument der Regierung, erhob Uganda Stück für Stück immer mehr Steuerforderungen gegenüber den ausländischen Ölinvestoren, meist im Nachhinein, nachdem sämtliche Verträge unterzeichnet waren. So auch die 30-prozentige Kapitalertragssteuer gegenüber Heritage als die Firma 2010 seine Erkundungsrechte an Tullow für 1,45 Milliarden Dollar verkaufte, um aus dem ugandischen Markt auszusteigen.

Knatsch mit Ölfirmen

Es kam zum Knatsch zwischen den beiden Ölfirmen und Ugandas Regierung. Von einer solchen Steuer sei keine Rede gewesen als die Erkundungslizenzen an die internationalen Firmen einst vergeben worden waren, so Heritages Argument. Noch dazu sei der Verkaufsvertrag auf einer Insel im Kanal entlang der französischen Küste unterzeichnet worden, also außerhalb Ugandas. Zudem sei Heritage keine ugandische Firma. Ugandas Regierung widersprach.

Seitdem liegt Ugandas Ölsektor brach, weil sämtliche Akteure in komplizierten und langwierigen Gerichtsverfahren verfangen waren. Uganda und Heritage stritten sich jahrelang vor dem Londoner Schiedsgericht um die ausstehende Zahlung der rund 400 Millionen Kapitalertragssteuer. 2011 eröffnete auch Ugandas Steuergericht ein Verfahren, verurteilte Heritage zur Zahlung. Heritage und Tullow stritten sich ebenfalls vor einem Londoner Gericht darum, wer nun die Steuer auf die Verkaufssumme zahlen muss.

Uganda verweigerte währenddessen Tullow, mit seinen Erkundungen fortzufahren, solange der Steuerstreit nicht gelöst sei. Daraufhin verkaufte Tullow den Großteil seiner Erkundungsrechte entnervt an die chinesische Firma CNOOC sowie den französischen Ölkonzern Total. Die Kapitalertragssteuer auf diesen Verkauf entsprach ungefähr einem Drittel des ugandischen jährlichen Staatshaushalts – eine gigantische Summe. Tullow ging gegen diese Forderungen ebenfalls wieder vor Gericht.

Es dauerte Jahre, bis die Verfahren alle ausgefochten waren. Tullow und Ugandas Regierung einigten sich 2015 irgendwo in der Mitte. Heritage verlor sein Verfahren gegen Uganda vor dem internationalen UN-Handelsgericht und musste letztlich die Steuer abführen.

Sieg für Uganda?

Ein Sieg für das arme Uganda? Nicht wirklich. Ugandas Regierung rechnet schon seit Jahren mit der Ausbeute der Ölressourcen und dem damit einhergehenden Geldsegen. Aufgrund der Streitereien lag der ganze Ölsektor jahrelang brach, anderen Firmen wurden damit verschreckt, stiegen erst gar nicht ein oder zogen aus Uganda wieder ab. Noch immer fließt kein Tropfen Öl, der Bau von Raffinerien und Pipelines verzögerte sich um Jahre. Frühestens 2020 wird das erste Öl fließen, verkündete Tullow jüngst, drei Jahre später als von Uganda geplant.

Ob ohne Heritages Vermeidungsstrategie in diesen vergangenen Jahren mehr Schulen und Krankenhäuser gebaut worden wären – bleibt ebenfalls fraglich. Uganda fällt im globalen Korruptionsindex jährlich um mehrere Plätze zurück, lag 2015 auf Platz 139 von 168. Analysten befürchten, dass die Korruption unmittelbar in die Höhe schnallt, sobald der erste Tropfen Öl fließt. Ob damit dann der armen Bevölkerung gedient ist – muss sich zeigen.

Den Artikel schrieb Simone Schlindwein am 5.4.2016 in der taz.

Panama Papers / Uganda

Wie Mossack Fonseca mit ihrem Rat bei Firmensitzverlegungen dazu beiträgt, Steuern zu "sparen", zeigt ein Beispiel aus Uganda (ich zitiere aus dem "Falter" vom 3.4.2016: "Die große Offshore-Schau" von Florian Klenk und Josef Redl):

"Exemplarisch ist der Fall Heritage Oil. Diese Gesellschaft mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey verkaufte im Jahr 2010 Ölfelder in Uganda um 1,45 Milliarden Dollar an die britische Ölgesellschaft Tullow Oil. Um der Kapitalertragsteuer in Uganda zu entgehen, wurde die betroffene Tochtergesellschaft wenige Tage vor dem Deal unter Assistenz von Mossfon einfach nach Mauritius überschrieben, wie die MF-Daten zeigen. Mauritius hat als eines der wenigen Länder ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Uganda. Damit wurden dem bettelarmen afrikanischen Staat 300 Millionen Dollar Steuergeld entzogen. Geld, das in Uganda für den Bau von Krankenhäusern und Schulen dringend gebraucht worden wäre. In den Spitälern des rohstoffreichen Landes müssen die Patienten das Verbandsmaterial und sterile Tupfer selbst mitnehmen."

 

Back to business

Die Wahlen in Uganda sind geschlagen, Museveni ist zum sechsten Mal Präsident, auf den Straßen wird es wieder ruhig, das Schuljahr hat begonnen … back to business in Uganda. Enoch schickt erfreuliche Nachrichten von seiner Farm, die wir letztes Jahr dank der großzügigen Unterstützung der Wiener Hausreinigungsfirma "da-ka" starten konnten: Der Cassava ist reif und konnte geerntet werden! Mit einem Händler und dessen Lorry ist er zu seinen Feldern gefahren, hat mit einem Erntehelfer den Cassava ausgegraben, verladen und ist damit zurück nach Kampala, wo der Händler die Ernte verkauft. Cassava ist eine sehr stärkehältige Wurzel – auch bekannt als Maniok -, die ähnlich einer Kartoffel verarbeitet wird. (Am besten schmeckt mir Cassava in dicke Stifte geschnitten und in Öl frittiert, dazu Omelette und eine frische Avocado! Mmmh!)

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Unbeschwerte Ferientage

Es ist schön, wenn ich immer dann in Uganda sein kann, wenn gerade die ugandischen Schulferien sind, denn dann können wir alle gemeinsam viel Zeit verbringen. So wie bei meinem jüngsten Aufenthalt Weihnachten/Sylvester 2015/16.

Wir luden viele Freunde "meiner" Jugendlichen ein und hatten eine richtig große Weihnachtsparty mit gutem Essen, Sodas, Musik und ausgelassenem Tanz. Die Freunde dürfen dann gerne bleiben, die engen sogar über meinen Aufenthalt hinaus, solange, bis die Schule wieder beginnt. Ich freue mich, wenn sie in meinem Haus ein paar unbeschwerte Ferientage verbringen können, denn der Alltag in Uganda ist ohnehin hart genug.

Ich gehe dann auch mit ihnen zum Arzt, vor allem zum Zahnarzt, um längst fällige, Schmerzen bereitende Zähne zu reparieren. Wir machen auch gerne einen Ausflug zu den Stränden des Viktoriasees oder aufs Land, um jemanden zu besuchen. Den Horizont erweitern, die Gemeinschaft stärken, voneinander lernen, aufeinander achten … das ist mir wichtig!

Es ist schön, sie wachsen zu sehen, und ich danke allen von ganzem Herzen, die ihnen dabei helfen!

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Grüße aus Mama Betty’s Spitalskantine

Betty schickt uns Eindrücke vom Arbeitsplatz ihrer Mutter und die herzlichsten Grüße an alle, die ihre Familie unterstützen! Betty's Familie, bestehend aus lauter Frauen und einem – dem jüngsten – Hahn im Korb, wird nach wie vor vom Projekt unterstützt, wahrscheinlich so lange, bis Betty eine Ausbildung abschließen kann und berufstätig sein wird. Im Moment sind Mama Betty und ihre Tochter Mama Queen mit dem Betrieb einer Spitalskantine die Ernährerinnen der Familie. Seht selbst!

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Epilepsie

Auch das gibt es leider in Uganda: Ein Freund meiner Jugendlichen leidet unter Epilepsie. Aufmerksam gemacht wurde ich von seinem Freund, der mir von den nächtlichen Attacken erzählte und dass niemand wisse, woher diese kämen. Mein erster Gedanke anhand der Beschreibung war sofort: Epilepsie. Nein, diagnostiziert sei dies noch nie worden; man denke an Verhexung oder Dämonen. Man habe ihn auch zu einem Pastor gebracht, aber nichts hat etwas verbessert.

Also bin ich mit ihm zum Arzt meines Vertrauens gegangen; dieser hat ebenfalls sofort auf Epilepsie getippt, aber sicherheitshalber ein EEG verordnet. Jetzt wissen wir es ganz genau!

Gott sei Dank gibt es in Uganda – auch für Ugander – leistbare (indische) Medikamente. Diese soll er jetzt zwei Jahre lang nehmen, dann wird man nach einer Untersuchung und Unterbrechung von drei bis sechs Monaten sehen, ob er sein weiteres Leben ohne Medikamente auskommt oder doch welche nehmen muss.

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Eine große Ehre

Eine große Ehre

Jedes Jahr feiert die Österreichisch-ugandische Freundschaftsgesellschaft den ugandischen Unabhängigkeitstag am 9. Oktober mit einem großen Fest in Wien. Das ist natürlich eine hervorragende Gelegenheit, Bekannte wiederzutreffen und neue Menschen kennenzulernen, deren Herz in oder für Uganda schlägt!

Tomy und ich waren auch dort und dann kam die große Überraschung! Als die Ehrengäste gebeten wurden,

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Spannungsfrei und unkompliziert

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A beauty between church and mosque
A beauty between church and mosque
Spannungsfrei und unkompliziert gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Christen und Moslems als den beiden größten religiösen Gruppen in Uganda sowie den indischen Hindus und den Anhängern von Naturreligionen. Ob frau kein Kopftuch trägt oder eines, einen Schleier oder eine Burka … das ist keiner Erwähnung wert: Jede Frau und jeder Mann kann seine Religion frei ausüben und zur Schau tragen oder auch nicht. An jeder Ecke gibt es Kirchen und Moschen, man hört den Muezzin und am Sonntag Morgen den aus Riesenboxen wummernden Bass zum begeisterten Halleluja und Amen! Das ist eines der vielen Merkmale der ugandischen Gesellschaft, die ich so an ihr liebe! Keep it up!