Unsere Mission

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben."

Alexander von Humboldt

Wir von "Schüler schultern in Uganda" machen seit 2011 Entwicklungshilfe vor Ort, denn "East or West – Home is best!" Daheim ist, wo Herz und Familie pulsieren.

Wir von "Schüler schultern in Uganda" sind auch der Meinung, dass der Blick über den Tellerrand das beste Mittel ist, Vorurteile ab- und Lösungskompetenzen aufzubauen.

Wir wollen einen Beitrag zu gegenseitigem Verständnis und kulturellem Austausch leisten und mithelfen, Schranken in unseren Köpfen abzubauen.

Petra Regen und Thomas Bilek

 

Da fließen die Millionen

Im Februar fließen die Millionen, denn da ist immer das Schulgeld für das erste Trimester des neuen Schuljahres zu zahlen. Der Wechselkurs beträgt 1:4200 – ein Euro entspricht demnach 4.200 Uganda Shilling: Da kommen schnell einmal Millionenbeträge zusammen.

Der Verteiler des Schulgelds in Uganda ist David, Enochs älterer Bruder. Mit seinen mittlerweile 21 Jahren hat er schon bewiesen, dass man sich in Geldangelegenheiten auf ihn verlassen kann: Er hat die Kontaktdaten zu allen unterstützten Familien, sodass er auch für jene als Vermittler auftritt, zu denen die Verbindung nicht immer ganz leicht zu halten ist.

Pauline zum Beispiel wohnt in einem Dorf im ugandischen Hinterland. Strom und eine Telefonverbindung sind nicht immer gegeben, sodass ich oft monatelang nichts von ihr höre. Vor allem wenn sie im Internat ist, kann ich sie gar nicht erreichen. In den Ferien läuft der Kontakt dann über das Telefon ihrer Mutter. Für David ist es da schon leichter, mit Paulines Mutter von Zeit zu Zeit zu kommunizieren, zumal sie auch kein Englisch spricht und er ihren Dialekt jedenfalls versteht.

Wir suchen übrigens noch Unterstützer für unsere Kinder und Jugendlichen. Wenn auch Sie dazu beitragen wollen, einem jungen Menschen in Afrika eine Zukunftsperspektive zu geben, dann melden Sie sich bei mir!

 

Hochkarätige Musiker und ein toller Sound

Gewisse Dinge soll man ja ein bisschen setzen lassen, bevor man sie wieder in die Hand nimmt. So ging es mir mit unserer Benefiz-CD "Zwei Freunde und ihre Lieder", die wir im November 2016 im Studio aufgenommen haben. Nach der Freigabe zum Pressen habe ich sie nicht mehr angehört – da war sie noch zu frisch. Jetzt, gut ein halbes Jahr später, habe ich sie mir wieder zu Ohren gebracht und ich muss sagen, ich bin begeistert! 

Unser Producer Chris Alexander hat famose Arrangements geschrieben und eine Reihe hochkarätiger Musiker ins Studio geholt, um unsere Lieblingssongs umzusetzen. Das "Waka Waka" wird von richtigem Urwald-Sound eingeleitet – dazu stimmt Enocah als unser "Special Guest" in seinen Muttersprachen Luganda und Englisch auf Afrika ein: "Africa, the Land where it all started. The Land where talents are evolving everyday. We can give a hand to raise those talents!"

Auch "Pata Pata" versprüht – nicht zuletzt dank Enochs Beitrag – African Feeling! Bei "Guantanamera" folgten wir Karls Idee, den Song in einer kubanische Taverne zu inszenieren – Gläserklirren und Begrüßung der Gäste inklusive. Das berühmte "In the Ghetto", an das ich auch in den Slums von Kampala immer denken muss, singt Karl auf Deutsch mit dem ebenso berührenden Text "In Chicago". Für die "Weißen Rosen aus Athen" hat unser Producer Chris einen famosen Buzuki-Spieler engagiert.

Den Abschluss der CD bildet mein All-time-favourite-Song "The Places you find Love". Ende der 80er Jahre versammelte Qunicy Jones die Crème de la Crème der damaligen R&B-Musiker im Studio, um für das Album "Back on the Block" Songs wie "Birdland" oder "The Secret Garden" einzuspielen. Der Song "The Places you find Love" erhielt den Grammy Award "Bestes Instrumentalarrangement mit Gesangsbegleitung". An dieser Stelle sage ich noch einmal ein großes Dankeschön an Chris Alexander, dass er meinen so lange gehegten Wunsch erfüllt hat, dass ich diesen Song selbst singen kann!

 

Enoch im Jungbauernkalender 2018!

Es ist ja wahrlich eine Sensation! Da kommt Enoch aus Uganda, absolviert sein erstes Jahr in der Landwirtschaftsfachschule Hollabrunn und ist – flugs – schon im Österreichischen Jungbauernkalender 2018 vertreten! Ich freue mich für ihn und den medialen Rummel, den es seit dem gestrigen Presseshooting um ihn gibt. Die Presse, Heute, agrarheute, Servus TV und sogar der ORF berichten.

Die Presse erwähnt ihn sogar persönlich: Backstage: Erste Einblicke in den Jungbauernkalender. Und auch die deutsche agrarheute berichtet mit Foto und Bildunterschrift von Enoch.

Den Kalender gibt es ab Oktober 2018 zu kaufen. 

Uganda-Treffen in der LFS Hollabrunn

Hannes Urban vom Verein "Helfen wir!" besuchte am 12. Mai 2017 mit seinem Gast Bishop Sabino Ocan Odoki aus Uganda die LFS Hollabrunn. Alljährlich kommt Bishop Sabino für einen Monat nach Österreich, um u.a. an der Wallfahrt nach Maria Roggendorf teilzunehmen.

Flankiert von den Fachlehrern Ing. Dieter Blahous und DI Gerhard Gschweicher brachten Bishop Sabino, Hannes Urban und ich den Schülerinnen und Schülern mit Fotos und Erzählungen die Perle Afrikas, Uganda näher. Beim anschließenden Mittagessen kam es zu einem regen Gedankenaustausch und erste Pläne für eine mögliche Reise der LFS Hollabrunn nach Uganda wurden skizziert. Wer weiß, welch fruchtbarer Austausch sich aus diesem Treffen noch ergibt!

Über die Elastizität von Zeit

Enoch im WinterBisher bin ich von einem Zeitsystem ins andere gereist, habe gestaunt, mich angeglichen, bin zeitweilig gescheitert und konnte es doch genießen: die ernorme Elastizität von Zeit in Afrika.

Der speziellen Zeit in Afrika haben Wissenschafter einen Namen gegeben: "Ereigniszeit". So heißt es, wenn Beginn und Ende einer Handlung nicht von der Uhr, sondern von der Tätigkeit bestimmt werden. Ein Gespräch dauert so lange, wie die Gesprächspartner benötigen, um das Thema abzuhandeln; eine Geschäftsabwicklung dauert so lange, bis alle Geschäftspartner zufrieden sind. Bei allen Handlungen stehen die Menschen und ihre Bedürfnisse im Vordergrund und nicht der Takt der Uhr. Busse fahren dann ab, wenn sie voll sind. Und wenn es regnet, fallen ohnedies alle Zeitpläne ins Wasser.

Bisher bin ich gependelt und habe dadurch gewählt, in welchem Zeitsystem ich mich bewege. Jetzt ist Enoch da und zeigt mir mit seinen kritischen Fragen die Grenzen unserer durchgetakteten Suche nach Glück auf. Schon nach wenigen Tagen hat er erstaunt ausgerufen: "Ihr habt ja nie Zeit!" So sehr seine Kritik auch schmerzt, wenn er an "unserer Wahrheit" rüttelt, so sehr bin ich froh, dass er seine Zeit-Elastizität mitgebracht hat. Was für ein bereicherndes Regulativ in unserer hektischen und umtriebigen Zeit – gerade im Advent!

 

 

Lady Betty

Betty IIBetty IIIAus Betty wird jetzt eine richtige Lady! In ihrer Friseursausbildung kann sie sich austoben und zeigt uns mit Vergnügen ihre Wandlungen. Neben Haarpflege lernt sie in der Berufsschule auch Maniküre und Pediküre – schön, dass sie in der Ausbildung so richtig aufblüht!

Visiting Day in Prossy’s Internat

Es ist üblich, dass die Eltern bzw. Verwandten ihr Kind einmal pro Trimester im Internat besuchen. Dieser Tag wird dann immer ganz groß vorbereitet und zu einem besonderen Tag gemacht: Die Mütter kochen etwas Besonderes, was es sonst in der Schule nicht gibt, am besten von allem etwas: Huhn mit viel Saft, Kartoffeln, Reis, Erdnuss-Sauce und vielleicht sogar noch Spaghetti. Dann bringt man dem Kind Verdünnungssaft und meistens auch Zucker mit, damit sich das Kind das Leben im Internat etwas versüßen kann. Auch die Dinge des täglichen Bedarfs werden nachgefüllt (Seife, Klopapier, Bleistifte etc.) und es gibt meist etwas Taschengeld. Die Mütter erkundigen sich bei den Lehrerinnen (in Ugandas Volksschulen überwiegen auch die Frauen im Lehrpersonal) nach dem Lernfortschritt und sehen die Hefte an.

Bei Prossy sind fast alle gekommen: Die Großmutter, die Mutter, der Onkel, Freunde der Familie, und sogar die Prefäktin Prossys, eine Schülerin aus der 6. Schulstufe, hat sich zur Familie gesellt und das Mahl mit Prossy geteilt.

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Sweet Samuel

IMG-20160222-WA0003 IMG-20160222-WA0007-1Der kleine Samuel gehört als Sohn von Betty auch zu unserer Familie. Im Oktober wird er drei. Als einziger "Mann" im Haus der alleinerziehenden Mütter, Großmütter und Tanten nennen sie ihn liebevoll "Tata" ("Papa"). Tja, that's also Uganda.