Panama Papers / Uganda

Wie Mossack Fonseca mit ihrem Rat bei Firmensitzverlegungen dazu beiträgt, Steuern zu "sparen", zeigt ein Beispiel aus Uganda (ich zitiere aus dem "Falter" vom 3.4.2016: "Die große Offshore-Schau" von Florian Klenk und Josef Redl):

"Exemplarisch ist der Fall Heritage Oil. Diese Gesellschaft mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey verkaufte im Jahr 2010 Ölfelder in Uganda um 1,45 Milliarden Dollar an die britische Ölgesellschaft Tullow Oil. Um der Kapitalertragsteuer in Uganda zu entgehen, wurde die betroffene Tochtergesellschaft wenige Tage vor dem Deal unter Assistenz von Mossfon einfach nach Mauritius überschrieben, wie die MF-Daten zeigen. Mauritius hat als eines der wenigen Länder ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Uganda. Damit wurden dem bettelarmen afrikanischen Staat 300 Millionen Dollar Steuergeld entzogen. Geld, das in Uganda für den Bau von Krankenhäusern und Schulen dringend gebraucht worden wäre. In den Spitälern des rohstoffreichen Landes müssen die Patienten das Verbandsmaterial und sterile Tupfer selbst mitnehmen."

 

King Viero

20151226_143132 King Viero – das ist Shafiq Viero aus Nateete, einem Vorort Kampalas. Den Künstlernamen "King Viero" hat er sich zugelegt in Anlehnung an sein Sängeridol "King Saha", der in Uganda sehr populär ist. Denn Shafiq möchte, wie dieser, Popsänger werden.

Ich kenne Shafiq aus dem Heim, in dem damals die meisten meiner jetzigen Schützlinge waren. Zu Weihnachten haben wir uns nach Jahren wiedergesehen – da habe ich ihn wieder schätzen gelernt und seither gehört er zur Familie.

Kurz vor meinem Abflug verriet er mir, dass er einen Song im Kopf habe, und fragte mich, ob ich ihm dabei helfen könne, diesen im Studio aufzunehmen, Die niedrigen Kosten erstaunten mich und so sagte ich zu, denn das war einen Versuch wert! Und siehe da: In nur eineinhalb Tagen und gerade rechtzeitig vor meinem Abflug drückte er mir die CD mt dem fertigen Song in die Hand! And here he is: King Viero mit "Wadawa"!

Back to business

Die Wahlen in Uganda sind geschlagen, Museveni ist zum sechsten Mal Präsident, auf den Straßen wird es wieder ruhig, das Schuljahr hat begonnen … back to business in Uganda. Enoch schickt erfreuliche Nachrichten von seiner Farm, die wir letztes Jahr dank der großzügigen Unterstützung der Wiener Hausreinigungsfirma "da-ka" starten konnten: Der Cassava ist reif und konnte geerntet werden! Mit einem Händler und dessen Lorry ist er zu seinen Feldern gefahren, hat mit einem Erntehelfer den Cassava ausgegraben, verladen und ist damit zurück nach Kampala, wo der Händler die Ernte verkauft. Cassava ist eine sehr stärkehältige Wurzel – auch bekannt als Maniok -, die ähnlich einer Kartoffel verarbeitet wird. (Am besten schmeckt mir Cassava in dicke Stifte geschnitten und in Öl frittiert, dazu Omelette und eine frische Avocado! Mmmh!)

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Unbeschwerte Ferientage

Es ist schön, wenn ich immer dann in Uganda sein kann, wenn gerade die ugandischen Schulferien sind, denn dann können wir alle gemeinsam viel Zeit verbringen. So wie bei meinem jüngsten Aufenthalt Weihnachten/Sylvester 2015/16.

Wir luden viele Freunde "meiner" Jugendlichen ein und hatten eine richtig große Weihnachtsparty mit gutem Essen, Sodas, Musik und ausgelassenem Tanz. Die Freunde dürfen dann gerne bleiben, die engen sogar über meinen Aufenthalt hinaus, solange, bis die Schule wieder beginnt. Ich freue mich, wenn sie in meinem Haus ein paar unbeschwerte Ferientage verbringen können, denn der Alltag in Uganda ist ohnehin hart genug.

Ich gehe dann auch mit ihnen zum Arzt, vor allem zum Zahnarzt, um längst fällige, Schmerzen bereitende Zähne zu reparieren. Wir machen auch gerne einen Ausflug zu den Stränden des Viktoriasees oder aufs Land, um jemanden zu besuchen. Den Horizont erweitern, die Gemeinschaft stärken, voneinander lernen, aufeinander achten … das ist mir wichtig!

Es ist schön, sie wachsen zu sehen, und ich danke allen von ganzem Herzen, die ihnen dabei helfen!

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Grüße aus Mama Betty’s Spitalskantine

Betty schickt uns Eindrücke vom Arbeitsplatz ihrer Mutter und die herzlichsten Grüße an alle, die ihre Familie unterstützen! Betty's Familie, bestehend aus lauter Frauen und einem – dem jüngsten – Hahn im Korb, wird nach wie vor vom Projekt unterstützt, wahrscheinlich so lange, bis Betty eine Ausbildung abschließen kann und berufstätig sein wird. Im Moment sind Mama Betty und ihre Tochter Mama Queen mit dem Betrieb einer Spitalskantine die Ernährerinnen der Familie. Seht selbst!

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Epilepsie

Auch das gibt es leider in Uganda: Ein Freund meiner Jugendlichen leidet unter Epilepsie. Aufmerksam gemacht wurde ich von seinem Freund, der mir von den nächtlichen Attacken erzählte und dass niemand wisse, woher diese kämen. Mein erster Gedanke anhand der Beschreibung war sofort: Epilepsie. Nein, diagnostiziert sei dies noch nie worden; man denke an Verhexung oder Dämonen. Man habe ihn auch zu einem Pastor gebracht, aber nichts hat etwas verbessert.

Also bin ich mit ihm zum Arzt meines Vertrauens gegangen; dieser hat ebenfalls sofort auf Epilepsie getippt, aber sicherheitshalber ein EEG verordnet. Jetzt wissen wir es ganz genau!

Gott sei Dank gibt es in Uganda – auch für Ugander – leistbare (indische) Medikamente. Diese soll er jetzt zwei Jahre lang nehmen, dann wird man nach einer Untersuchung und Unterbrechung von drei bis sechs Monaten sehen, ob er sein weiteres Leben ohne Medikamente auskommt oder doch welche nehmen muss.

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Eine große Ehre

Eine große Ehre

Jedes Jahr feiert die Österreichisch-ugandische Freundschaftsgesellschaft den ugandischen Unabhängigkeitstag am 9. Oktober mit einem großen Fest in Wien. Das ist natürlich eine hervorragende Gelegenheit, Bekannte wiederzutreffen und neue Menschen kennenzulernen, deren Herz in oder für Uganda schlägt!

Tomy und ich waren auch dort und dann kam die große Überraschung! Als die Ehrengäste gebeten wurden,

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Spannungsfrei und unkompliziert

Spannungsfrei und unkompliziert

A beauty between church and mosque
A beauty between church and mosque
Spannungsfrei und unkompliziert gestaltet sich das Zusammenleben zwischen Christen und Moslems als den beiden größten religiösen Gruppen in Uganda sowie den indischen Hindus und den Anhängern von Naturreligionen. Ob frau kein Kopftuch trägt oder eines, einen Schleier oder eine Burka … das ist keiner Erwähnung wert: Jede Frau und jeder Mann kann seine Religion frei ausüben und zur Schau tragen oder auch nicht. An jeder Ecke gibt es Kirchen und Moschen, man hört den Muezzin und am Sonntag Morgen den aus Riesenboxen wummernden Bass zum begeisterten Halleluja und Amen! Das ist eines der vielen Merkmale der ugandischen Gesellschaft, die ich so an ihr liebe! Keep it up!